Taj Mahal

Indienaustausch 2019 (07.-20.04.2019)

Im April dieses Jahres stellten sich 13 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Schwertstraße dem Abenteuer einer zweiwöchigen Indienreise. Unter Begleitung von Herrn Mayr und Herrn Rahn, zwei mittlerweile sehr erfahrenen Indienkennern und Herrn Singh, dem indisch-deutschen Schriftsteller und Synchronsprecher, hatten die Schüler die Gelegenheit Außergewöhnliches zu erleben, von dem sie nun berichten. Wer sich für die einzelnen Geschichten interessiert, sollte sich die verlinkten Teilartikel der Schüler und das Video von Marc anschauen!

Die erste Woche sollte eine Rundreise sein. Und schon kurz nach unserer Ankunft wurde uns klar, was das bedeutet. Denn direkt vorm Flughafen wartete schon ein Bus für die Fahrt nach Agra. Wir waren wirklich viel unterwegs. Fast jeden Tag ging es früh morgens los, von einem spannenden Ziel zum nächsten. Zum Schlafen hatten wir schließlich auf den Busfahrten Zeit.

Schon am nächsten Morgen machten wir die erste unvergessliche Erfahrung unserer Reise. Der Anblick, von dem wir schon am Vortag einen Vorgeschmack erhalten hatten, wurde uns jetzt in voller Pracht und von den ersten Sonnenstrahlen des Tages erleuchtet geboten. Katharina hat Weiteres zum Taj Mahal und dessen Geschichte zusammengetragen:

Über diese Geschichte erfuhren wir mehr auf unserer Besichtigung des Agra Fort. Am Abend ging es wieder nach Delhi.

Wagah Border und der Goldene Tempel

Am nächsten Tag besuchten wir nach einer 6-stündigen Zugfahrt die Wagah Border, um dort die Grenzschließungszeremoniezwischen Indien und Pakistan zu sehen. Für einige war dieses Erlebnis ein echter Höhepunkt der Aufregung. Vor allem für die Mädchen, die zusammen in dem Trubel getanzt haben! Die Schülerinnen stachen so sehr heraus, dass sie zu einer echten Attraktion nach Ende der Zeremonie wurden.

Der Goldene Tempel
Der Goldene Tempel in Amritsar

Es war schon später Abend, aber für uns ging es weiter, und zwar zum Goldenen Tempel. Jeder Sikh hat zum Ziel dieses Zentrum seines Glaubens einmal im Leben zu besuchen. Auch unabhängig von Religion hinterlässt dieser Ort einen unglaublichen Eindruck. Und wir hatten die Gelegenheit, ihn bei Nacht zu sehen. Der goldene Schein im Wasser, welches den Tempel umrahmt bot einen spektakulären Anblick.

Jallianwala Bagh und ein Sonnenuntergang am See

Anschließend besuchten wir den Jallianwala Bagh, ein Schauplatz und eine Gedenkstätte an die Opfer des Jallianwala-Bagh-Massakers aus dem Jahr 1919, wo die britische Besatzungsmacht mehrere Zivilisten erschossen hat.

Zum Ende des Tages besuchten wir den "Rock Garden" und den Sukhna Lake in Chandigarh. Wir beendeten den Tag mit dem Sonnenuntergang am See, der einen freien Blick auf den Himalaya präsentierte.

Besuch des Parlaments in Punjab und Safari im Rajaji Nationalpark

Am Freitag hatten wir die Gelegenheit, den Palace of Assembly, das Regionalparlament des Bundesstaates Punjab, zu besuchen.

Zur frühen Morgenstunde brachen wir am nächsten Tag zum Rajaji Nationalpark auf. Auf der Safari entdeckten wir eine Spur der Natur Indiens. Und auch, wenn es nur ein einzelner Elefant war, von dem wir einen flüchtigen Blick erhaschen konnten, so war es umso spannender, die Fährte der Herde zu verfolgen.

In der Mittagshitze erkundeten wir einen Teil von Rishikesh, um uns schließlich am Ufer des heiligen Ganges abzukühlen. Zum Abschluss des Rundreise-Teils unseres Indienaufenthalts wurden wir Zeuge der Aarti Zeremonie und haben selbst Kerzenlichter mit unseren Wünschen auf den Ganges in die Nacht geschickt.

Treffen der indischen Austauschschüler

Am Abend nach der langen Busrückfahrt aus Rishikesh zurück nach Delhi trafen wir zum ersten Mal persönlich auf unsere indischen Austauschschüler, die für die nächste Woche unserer Gastgeber sein würden.

Nach einem herzlichen Empfang des stellvertretenden Schulleiters der Guru Harkrishan Public School, einer Sikh-Schule, die aber auch von Schülern anderer Religionen besucht wird, sowie der begleitenden Lehrerinnen wurden die ersten Erinnerungsfotos mit den Austauschpartnern geschossen. Einen Artikel über unsere Austauschschule stellt Mailin bereit:

Im Anschluss an die Begrüßung ging es für uns mit den Familien in die verschiedensten Stadtteile der 16-Millionenmetropole Delhi und hinein in das indische Alltagsleben. An den folgenden Tagen trafen wir uns wieder in der Schule zur morgendlichen "Morning Assembly".

Kennenlernen indischer Kunst

Nach der Assembly, in der auch wir als die deutschen Gäste die Möglichkeit hatten uns der Schülerschaft vorzustellen, konnten wir die indische Kultur und Kunst einmal durch das Modellieren von Blumen und später durch das Anfertigen von Kunstwerken aus buntem Sand auf dem Schulhof, Rangoli genannt, besser kennenlernen.

Bildergalerie

Indienaustausch 2019

Eine weitere Form der Kunst, die uns in dieser Woche von den engagierten Lehrern der Schule näher gebracht wurde, war das sogenannte Mehndi, in Deutschland besser als Henna bekannt. Mädchen der Schule malten besonders kunstvolle, mandalaähnliche Motive auf unsere Hände und Arme, die noch lange nach dem Rückflug nach Hause als Andenken blieben.

Strenger Glaube und Offenheit gegenüber anderen Kulturen

Eine weitere Erkenntnis, die wir spätestens in dieser Woche machen konnten, war, dass die Menschen in Indien größtenteils sehr religiös sind. So ist es nicht ungewöhnlich für gläubige Sikhs, bereits vor dem Frühstück zum Gurdwara, dem Tempel, zu gehen und dort zu beten. Wir besuchten gemeinsam mit unseren Austauschschülern verschiedene Gurdwaras in Delhi.

Die offene und überaus gastfreundliche Art vor allem im Umgang mit Menschen anderer Kulturen und Religionen wird durch ihren strengen Glauben aber nicht getrübt. Diese Offenheit zeigte sich auch durch die bunte Mischung an Musik, mit der wir auf unseren gemeinsamen Bus- und Autofahrten in Kontakt kamen. Westliche, insbesondere englische Popsongs mischten sich hier mit typischer indischer "Bollywood" Musik. Passend zu dieser wurden der deutschen Gruppe einige Elemente eines Tanzes namens Bhangra beigebracht, den wir gemeinsam bei der letzten "Morning Assembly" vor den versammelten Schülern tanzten. Neben Tanz standen zu guter Letzt auch Yoga und Fußball auf dem Programm.

Tränenreicher Abschied

Die überaus eindrucksvolle Woche, die noch viele kleine Geschichten aus den Gastfamilien am Rande zu erzählen hat, endete mit einem tränenreichen Abschied und der bereits jetzt steigenden Vorfreude auf den Gegenbesuch am Gymnasium Schwertstraße im Frühjahr 2020!

Als an diesem Abenteuer teilnehmende Schüler möchten wir noch einmal ganz besonders den zwei Lehrern und Herrn Singh danken, welcher diesen Austausch der Kulturen für unsere und weitere deutsche Schulen ermöglicht und vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat! Herr Singh widmen wir vor diesem Hintergrund auch einen eigenen Artikel, geschrieben von Adrian:

Video zum Indienaustausch von Marc Grethlein

Wer jetzt noch mehr erfahren möchte und vielleicht selbst an einer Reise interessiert ist, der darf alle Indienfahrer gerne ansprechen und ausfragen.

Artikel: Viona Lingau und Julia Römer